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Kolonialismus

 

 

Zweimal gestürzt, 1945 und 1967, und doch wieder erstanden?

 

 

2004:

 

 

 

 

 

 

 

Die deutsche Kolonialzeit war kurz, aber äußerst brutal. Beispiel China: General von Trotha, der später als Befehlshaber des Völkermordes an den Herero und Nama in die traurige Geschichte eingegangen ist, war zuvor nach Kiautschou geschickt worden, um bei der Niederschlagung des 'Boxer-Aufstandes' zu 'helfen'. Tja, die Deutschen kamen etwas zu spät an, der Aufstand war schon von anderen Nationen beendigt. Was tat in diesem Falle Trotha? Er machte noch eins drauf und veranstaltete eine völlig sinnlose Metzelei gegen die chinesische Bevölkerung, wahrscheinlich, weil er sauer war, nicht 'richtig' kämpfen zu können. Der Kaiser hatte ja schon bei der Verabschiedung der Truppen in Bremerhaven die Soldaten mit seiner 'Hunnenrede' scharf gemacht ("Pardon wird nicht gegeben. Gefangene werden nicht gemacht. Nie wieder soll ein Chinese wagen, einen Deutschen auch nur scheel anzusehen..."). Dass ausgerechnet dieser Brutalo dann nach 'Deutsch-Südwest' geschickt wurde, um die Herero- und Nama-Aufstände niederzuschlagen, spricht Bände über die Haltung der Reichsregierung.

 

 

Eurozentrische Sichtweise

Autor: Nzuri 
Datum:   01.10.04 13:27

Die oft gehörte Argumentation, dass die Kolonisation den Kolonisierten 'Zivilisation' und Kultur gebracht hätte, geht davon aus, dass es in der vorkolonialen Zeit keine nennenswerte Kultur gegeben hätte. Dieses ist eine überheblich-eurozentrische Sichtweise und trägt noch heute dazu bei, andere Kulturen als minderwertig zu betrachten.
Männer wie Wissmann - und auch England als Kolonialmacht - trugen zwar dazu bei, die Sklaverei zu beenden, in dem sie arabische Sklavenhändler bekämpften. Doch die darauffolgende 'Kontraktarbeit' unterschied sich kaum von der Sklaverei. Afrikanische Menschen wurden unter erbärmlichen Arbeitsbedingungen dazu gezwungen, auf deutschen Plantagen, Minen und bei der Eisenbahnbau zu schuften - davon zeugen Photographien und historische Recherchen in Archiven. Es war selbstverständlich im Interesse der Kolonisatoren, Land und Leute nutzbringend auszubeuten, und wir sollten nicht so tun, als ob die Kolonisation uneigennützig gewesen wäre.
Selbstverständlich und legitimerweise betrachten wir die Geschichte aus heutiger Perspektive (wie könnte es anders sein?) und müssen feststellen, dass sich Einstellungen mehrheitlich geändert haben. Gerade aus diesem Grund sollten wir die Kolonialgeschichte neu debattieren. Die Kolonialzeit wird in afrikanischen Ländern heute durchaus pro und contra diskutiert. Doch belegt die neuere Geschichtsforschung, daß diese Länder effektiv unter postkolonialen Auswirkungen leiden müssen.

 

 

Ein Fischer in Blei daneben wird die Diskussion beleben

Autor: Duruti 
Datum:   01.10.04 23:41

Kolonialismus und Rassismus sind nicht Teil der Geschichte. Sondern Teil der aktuellen deutschen Außenpolitik.

Wo ist der Unterschied zwischen einem "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" und dem Werte-Export dieser Regierung ? Macht Deutschland nicht gerade wieder Anstalten, sich außerhalb Europas zu akklimatisieren ? Braucht Afrika deutsche Zeitsoldaten wirklich dringender als alles andere ?

Braucht Afrika Friedensmissionen, bei denen Hilfe immer dann und immer dort ausbleibt, wo sie konkret nötig wird ? Wo geradezu lächerliche Beträge fehlen, die akut nötig wären, einen halben Kontinent vor dem Insektenfraß zu bewahren, aber zur Verfügung stehen - Übertreibung veranschaulicht, ändert aber nichts am Prinzip - um vor Ort in Offiziersmessen versoffen und verfressen zu werden ?

Wie oft werden sich unsere Jungs aus dem Hinterhalt beschießen lassen, bis endlich zurückschossen werden darf ? Oder findet sich vielleicht auf diplomatischem Wege eine Möglichkeit, die erste deutsche Demokratie auf afrikanischem Boden ausrufen zu können ? Oder wenigstens Sondermüll zu deponieren - oder Wirtschaftsflüchtlinge ?

Das Auftreten ist halt nicht mehr zackig. Sondern glatt. Und die Methoden nicht mehr brutal. Sondern subtil. Statt Rasse Werte, statt Sklaverei Schulden, statt Zwang Wettbewerb. Statt Jubel für den deutschen Kaiser gute Noten für den deutschen Außenminister. Tribut an den Zeitgeist.

Ein Fischer in Blei daneben - und die Sache mit dem Denkmal ist runde Sache.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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