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Leben oder Kapitalismus?

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Ich war nicht froh darüber, nach Hamburg zurückzukommen

Hauke Trinks im Interview mit der Hamburger Morgenpost vom 9. März 2001

 

MOPO: Herr Trinks, sind Sie ein moderner Abenteurer?
TRINKS: Eigentlich bin ich gar kein Abenteurer à Â la Reinhold Messner. Bei mir stand immer die Forschung im Vordergrund.
MOPO: Und doch ist es gerade Ihr einsamer Kampf ums Überleben im ewigen Eis, der die Menschen besonders fasziniert ...
TRINKS: Das stimmt. Ich bin zu neuen Ufern aufgebrochen, habe die Sicherheit hinter mir gelassen. Gerade Manager und Banker bekommen so eine Wehmut in den Augen, wenn ich ihnen von meiner Fahrt erzähle. Aber sie wagen eben selbst nichts.
MOPO: Haben Sie sich ein Lieblingsbuch für die dunklen Wochen mitgenommen?
TRINKS: Ja. Ich habe mit Vorliebe in meinem Faust gelesen. Den kann ich jetzt auswendig zitieren.
MOPO: Entsprach die Reise Ihren Erwartungen?
TRINKS: Nein. Es war viel härter, als ich gedacht hätte. Das Schneegestöber und die ständige Belagerung durch Eisbären - man ist den Gewalten bedingungslos ausgeliefert und weiss nicht, ob das Schiff nicht Schaden nimmt.
MOPO: Sind monatelange Dunkelheit, Einsamkeit und Kälte nicht zermürbend?
TRINKS: Nein. Ich habe mich die ganze Zeit sehr wohl gefühlt. Habe nie resigniert oder traurig herumgesessen.
MOPO: Was war die größte Prüfung auf dieser Reise?
TRINKS: Ich hatte ständig die Frage im Hinterkopf, ob ich da lebend wieder heraus komme. Diese Ungewissheit nagte an mir.
MOPO: Waren Sie in Lebensgefahr?
TRINKS: Ja. Wenn du allein eine solche Expedition machst, bist du ständig gefordert, es kommt alles auf dich an und niemand eilt dir zu Hilfe, wenn etwas passiert. Man ist da immer mit dem Tod konfrontiert. Aber das habe ich bewusst in Kauf genommen.
MOPO: Warum?
TRINKS: Das Leben besteht nun einmal aus Gefahren und Herausforderungen. Hier zu Hause versucht jeder, sich gegen alles zu versichern. Da ist es erfrischend, plötzlich ins wahre Leben einzutauchen.
MOPO: Was haben Sie am meisten vermisst?
TRINKS: Ich habe nichts vermisst.
MOPO: Hatten Sie Skrupel, als sie Ihre erste Robbe ausweiden mussten?
TRINKS: Nein. Es fiel mir leicht. Es ist erstaunlich, wie viele Instinkte wir Menschen noch haben und wie schnell sie sich in der einsamen Natur durchsetzen.
MOPO: Waren Sie froh, als Sie sicher zurück in Hamburg ankamen?
TRINKS: Nein. Ich war nicht überglücklich darüber, zurückzukommen.
MOPO: Hatten Sie Probleme, sich wieder an das Leben hier anzupassen?
TRINKS: Ich will mich gar nicht wieder einfügen. Meine Werteskala hat sich verschoben. Mich stört das Streben nach Geld und Karriere und die Info-Flut. Auch das naturferne Leben hier und das Vermeiden von unkomfortablen Situationen will ich nicht mehr.
MOPO: Und was planen Sie für die Zukunft?
TRINKS: Ich habe bereits eine kleine Forschungsstation auf Spitzbergen errichtet und werde dort meine Forschungen über das Eis und die Microorganismen fortsetzen. Die Ergebnisse der ersten Expedition waren so vielversprechend, dass ich von der TU Harburg sehr unterstützt werde.
MOPO: Sie haben wirklich Sehnsucht nach dem ewigen Eis?
TRINKS: Ja. Wunderbar!

In der Wüste habe ich wieder das einfache Leben schätzen gelernt. Von den Wüstenvölkern können wir noch viel lernen.

Achim Moser aus Hamburg

                                                 


 

 

 

 

 

                                                                             Kapitalismus

 

Hamburger Spitzenköche geben in 7 Zelten Massen einen Kochkurs und kommen damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Aus dem Erlös werden 50 arme Kinder aus Porto Alegre in 5 Monaten zu Köchen ausgebildet. Ist das nicht schön?

 

Nachdem uns Köchen gerade Scheiße auf die Tische unserer Gäste gekippt worden ist, tun wir was für unseren guten Ruf, für unseren Umsatz, propagieren Wettbewerb und tun was für die Dritte Welt. Macht Kapitalismus nicht Spaß? 

 

 

Die Hamburger sind Kaufleute, aber sonst (kulturell) ein bisschen doof: Die Hamburg-Welle füllte eine Sendung über Hamburg als Touristenattraktion mit griechischer, spanischer und englischer Musik.

Moral ist in Hamburg ein ökonomischer Faktor: Spritzen werden kostenlos getauscht, weil die Verwahrlosung der Junkies die Stadt noch teurer käme. Zwangsarbeiter des Dritten Reichs werden (nach 50 Jahren) entschädigt, weil sonst deutsche Firmen im Ausland Schaden nehmen. Fremdenfeindlichkeit wird bekämpft, weil sie dem Außenhandel schadet.

Wer gerne Fangen spielt und daraus einen Beruf machen will, kann PolizistIn in St. Georg werden.

Das Kapital hat keine Kultur. Im Hamburger Haushalt sind 2% für Kultur übrig. GASPROM und WINTERSHALL präsentierten in Hamburg die revolutionäre Kultur der jungen Sowjetunion.

Nur noch in Hamburg sind Hitlers deutsche Flakbunker zu besichtigen. Hamburg war Hitlers KdF(KraftdurchFreude)-Stadt.

Hamburg hat die älteste Verbraucherzentrale Deutschlands; seit 1957 müssen hier die Menschen vor dem freien Markt geschützt werden.  

Seit der Wende boomt Hamburg, weil es wieder ein Hinterland hat: den Osten. Z.B. gibt es seit 1994 den Hansa Hungaria Container Express.

Wie´s mit dem freien Wettbewerb so läuft in Hamburg: Eines der besten vegetarischen Restaurants der Welt (Robert Berridge 1998), "Papaya", hatte keine Chance zu überleben.

Haben Sie schon einmal Behinderte, Schwarze, Gelbe, Rote im Hamburger Journal "Guten Abend, Hamburg" sagen hören?

Der Nazi-Kriegsverbrecher Friedrich Engel lebt seit 1945 unbehelligt in Hamburg.

Zwischen Mein und Dein kann der ehrbare Hamburger Kaufmann Walter Leisler Kiep (von dem auch Ortwin Runde viel hält) noch unterscheiden, aber nicht zwischen Woher und Wohin. Dabei steht doch auf dem Überweisungsträger der Million, die er erhalten hat, das Konto des Absenders.

Die Juden haben den Hamburgern im 17. Jahrhundert beigebracht, was eine Bank ist und was internationaler Handel ist. Dafür haben die Hamburger sie dann vertrieben.

Ein Lichtblick in der kalten Stadt: der Mitternachtsbus.

Die SPD kann die (Gemeinwohl)Probleme nicht lösen, sondern nur verwalten; aber es darf nichts kosten: Das Unbehagen vor den Drogendealern in den U-Bahnhöfen wird mit beruhigender Musik gemildert. Die Verwahrlosung eines Stadtteils durch Drogendealer wird mit Putzkolonnen aufgehoben. Berufstätige Mütter sollen ihre Kinder an Tagesmütter abgeben.

Die kapitalistische Boomtown Hamburg ist auf Schlick gebaut.

Nehmen wir die tausend Menschen, die ihre Websites unter "mein.hamburg.de" freigegeben haben als repräsentativ, dann sind die HamburgerInnen zu(geknöpft) bzw. haben nichts zu sagen - wie üblich im Kapitalismus.

Gertrud Herr, ehemalige Führerin des Bundes Deutscher Mädel, NSDAP-Mitglied, lebt in Hamburg: "In Auschwitz hat kein Mensch einen Menschen absichtlich umgebracht. 1945 habe ich nicht gedacht, dass es noch einmal so gut für uns laufen würde."

Europas beste Weißwurst kommt aus Hamburg: Heinz Böcke zur teuren Übernahme eines Weißwurstrezepts: "Als ich merkte, was da abging mit der Weißwurt, hat mir das weiß Gott nicht leid getan. Das ist jetzt der Umsatzträger Nummer eins bei uns."

Sozialdemokraten in Hamburg wurden im Dritten Reich von Schwarzen vor den Nazis versteckt. Heute lohnen sie es ihnen damit, dass sie die Entwicklungshilfe für Afrika zurückfahren.

Hamburg: Die Welt da draußen ist so kalt. HeinGas: Für mehr menschliche Wärme.

Ortwin Runde schwärmt von HAMBURG.DE, hat aber dort keine private Homepage.

Wo sich die beiden Rolf Breuers (Mensch aus Hamburg und Vorstandssprecher der Deutschen Bank) einig sind: Ein Handschlag ist aber nach wie vor mehr Wert als tausend Klicks.

LUST FOR LIFE in der Mönckebergstraße wirft keinen Profit mehr ab. Dafür gibt es das weltgrößte Elektrofachgeschäft. Krieg zwischen SATURN, MEDIA-MARKT und BRINKAMNN - bis sie fusionieren.

Thüringen, Hamburg und Kuweit haben ungefähr gleich viele EinwohnerInnen.

ULRICH WICKERT: Hamburg - die sauberste Stadt Deutschlands. Wäre das nicht ´ne tolle Nachricht? - Das schmutzige Geschäft Kapitalismus vergessen machen?

Hamburg: Ist ihr das nicht peinlich, wenn die angebliche Demokratie ihre WählerInnen per Werbung zur Wahlurne holt? Bald bekommen sie dafür auch noch Geld.

DIE GROSSE HAFENRUNDFAHRT: Wir wollen euer Geld.

Hotel Bellevue: ein Relax Hotel (an der Hauptdurchgangsstraße) An der Alster.

Das Hamburger Lärmtelefon ist ein Umwelttelefon, und das Umwelttelefon ist eine Email-Adresse.

130.000 wilde Katzen leben in Hamburg.

4000 hyperaktive Kinder werden in Hamburg mit Ritalin und Medikinet ruhiggestellt.

Die Außenstelle der Handelskammer Hamburg in Kaliningrad ist auf dem Sprung: Sie wartet ab, wie sich die Dinge entwickeln.

"Ständige Vertretung": Wenn wir schon leben müssen, dann soll es wenigstens lustvoll sein.

"Kärntner in Hamburg. Das ist der Wahnsinn."

 

Hamburg: Wer einen Ausbildungsplatz seiner Wahl haben will, muss Höchstleistungssportler sein.

 

30.000 Ratten leben in Hamburg.

 

Mehr als 0,25 Mio HamburgerInnen gefährden ihre Gesundheit durch Alkohol. 100.000 sind alkoholkrank. Daraus entsteht ein Schaden von 500 Mio € jährlich.

 

Hamburger gehen nicht gern zu Fuß an Straßen entlang, auf denen Autos fahren. Sie fahren aber alle Autos.

 

Hamburger, Sie hassen Ihren Job. Sie hassen Ihre Frau. Sie hassen ihr Auto. Das Auto übernehmen wir, Altauto-Entsorgung Kiesow.

 

Hamburger Sparkasse: Sie haben sich doch früher auch gern beraten lassen – durch Betrug.

 

Und die Lebensversicherung der Hamburger Sparkasse: Erst arbeiten, dann leben.

 

In Hamburg ist jedeR Zehnte schwer behindert.

 

In Hamburg gibt es 230 Mobilfunkstationen; insgesamt sollen es 430 werden.

 

HamburgerInnen, ihr dürft jetzt nicht mehr Volksparkstadion sagen, ihr müsst jetzt AOL-Arena sagen.

 

HamburgerInnen, bei 30 Grad im Schatten geht ihr nachts ins Freie. Aber Bumsen an der Alster traut ihr euch noch nicht.

 

Es wäre praktisch, wenn die Wache der Wasserschutzpolizei an der Alster auch nachts besetzt wäre, wenn gerade ein Mädchen vor ihrer Tür vergewaltigt wird.

 

Etwas getragenere Musik wäre angemessen, wenn von der S-Bahn auf dem Hauptbahnhof einem Mann gerade zwei Beine abgefahren worden sind.

 

1927 gab es die erste Tankstelle in Hamburg.

 

Nur 7 von 18 Ausbildungsplätzen der HHA wurden 2002 von HamburgerInnen besetzt. Die Klügeren kommen vom Land.

 

Ruderclub „Alemannia von 1866“: Wir denken an euch, die ihr von uns gegangen in den Jahren 1870 – 1871, 1914 – 1918, 1939 – 1945. An die anderen denken wir nicht.

 

Fast kam 2002 der erste Hamburger Konzern (Beiersdorf, 13.000 Beschäftigte) in den DAX, obwohl dieser Konzern sich noch als Mittelstand versteht.. Gewinn 2002: 4,7 Mio €. Aber dann machte das Rennen doch ein anderer (ALTANA).

 

Dat Backhus: Flutopfer-Brot. – An den Flutopfern verdienen.

 

21. August 2002: Zum Ende des Sommers legen die Segelboote auf der Alster eine Gedenkstunde ein.

 

Das sind alles nur Kaufleute. Die können nicht mit Menschen umgehen.

 

  

Entgleisungen Hamburgs finden Sie hier.