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LEBENODERKAPITALISMUS ...

 

 

 

 

 

 

 

 

Leben oder Kapitalismus?

 

Das ist hier die Frage, hinter dem Schauspielhaus, mitten in Hamburg. Ich habe mir die Frage beantwortet. Sie müssen sie sich schon selbst beantworten. Keiner kann Ihnen das abnehmen.

Anregungen finden sie auf einer Website, die mehr Raum zur Verfügung hat. Andeutungen finden Sie hier, aktuelle Bezügen und harte Fakten. Den wissenschaftlichen, literarischen und folkloristischen Hintergrund finden Sie nochmal woanders. Es ist ja so viel Platz im Web. Es ist viel Platz auf der Erde. Es gibt Nahrung für alle. Wenn nur das ökonomistische Denken nicht wäre. Wenn nur der Kapitalismus nicht wäre. Dann könnten wir leben. Warum ist der Widerspruch so unausweichlich?

1.     Menschliche Beziehungen sind keine Handelsbeziehungen. Die "Koof mich"-Haltung hat sich bis ins Privatleben fortgesetzt. Mehr oder weniger geht keineR eine Beziehung mehr ein, ohne dass er/sie damit auch Gegenleistungen erwartet. Dadurch wird jeder Mensch zur einsamen Verkaufsbude in der Wüste der Handelswelt.

2.     Wettbewerb ist ruinös. Immer der Größte, der Schönste, der Beste, der Schnellste sein zu wollen muss im Tode enden. Immer mehr Rohstoffe werden zu diesem Zweck verschwendet, die Rücksichtslosigkeit nimmt zu, am Ende bricht die Welt des Abendlandes zusammen.

3.     Industrialisierung in Form von Zentralisierung und Massenproduktion zerstört unsere Lebensgrundlage. Es ist Wahnsinn, kein Rinderwahnsinn, sondern Menschenwahnsinn. Milchprodukte müssen nicht von Süddeutschland nach Norddeutschland transportiert werden; in Norddeutschland gibt es genügend Milch. Blockheizkraftwerde mit Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten ökonomischer als Fernwärmekraftwerke.Frankfurt/Main muss nicht der zentrale Flughafen für ganz Deutschland sein; die Flüge ins Ausland können verteilt werden auf München, Frankfurt/Main, Berlin, Hamburg.

4.     Das Schwergewicht auf den Außenhandel zu legen ist Völkermord. Namibia braucht nicht Rindfleisch; dort gab es genügend Rindfleisch, bevor die EU-Exportem dort einfielen.Ghana braucht keine Babynahrung; die Mütter dort waren kräftig, vevor ein Konzern dort einfiel. In Nigeria herrschte Frieden, bevor sich dort Konzerne durch Korruption breit machten.

5.     Globalisierung ist tödlich. Britannien kann sich selbst versorgen. Es braucht kein Rindfleisch aus Australien und Südamerika. Dann bekommt es auch keine Maul- und Klauenseuche.

6.     Hit-Listen zahlen sich auf die Dauer nicht aus, sagen private Radios. Die Leute wollen die schönsten Schlager und Evergreens hören.

 

Leben oder Kapitalismus? Das ist hier die Frage. Doch wenn von Kapitalismus die Rede ist, ist auch von Sozialismus die Rede. Deshalb zunächst die Frage:

Was sind SozialistInnen?

 

·         SozialistInnen haben eine Alternative zum Kapitalismus.

·         SozialistInnen leben diese Alternative. (Sie tun nur das, worauf sie Lust haben.)

·         SozialistInnen sind ihrer Zeit voraus.

·         SozialistInnen bauen Gesetze und Institutionen ab und geben die Macht an die Menschen zurück.

·         Für SozialistInnen ist der Mensch keine Ware.

·         Für SozialistInnen steht der Mensch nicht im Wettbewerb (mit der Natur oder mit anderen Menschen).

·         Wenn der Faschismus jetzt wieder aufflackert, müssen die SozialistInnen der Vergangenheit ja wohl etwas falsch gemacht haben.

·         SozialistInnen trennen sich von dem Kapitalismus in sich.

Du kannst SozialistInnen nicht machen.

Entweder sind sie da oder nicht da.

 

Ich hab’ noch nie so gut gelebt wie jetzt. 

(Ein Hamburger Arbeitsloser)

 

 

 

 

 

Dr. Werner Thissen, Erzbischof:

Jesus wäre nach St. Georg gezogen.   

 

 

Kapitalismus

 

Die wirkliche Regierung in Deutschland, die Bertelsmann Stiftung, hetzt die deutschen Länder im Wettbewerbs-Föderalismus aufeinander. Sieger nach Punkten war im letzten Jahrhundert Hamburg: Hier gab es die meisten Millionäre, hier tat die Regierung am meisten für die Wirtschaft, hier wurde am wenigsten für das Gemeinwohl getan, hier wurde man die SozialhilfeempfängerInnen am schnellsten los, hier gab es die höchste Drogen und Kriminalitätsrate. Hamburg wurde Sieger, ohne besonders aktiv gewesen zu sein in den Bereichen Einkommen, Beschäftigung und Sicherheit. Einfach die Privatwirtschaft subventionieren, dann klappt das schon.

Die sieben reichsten Hamburger könnten mit einer zweiprozentigen Vermögensteuer die Steuerausfälle der Hansestadt ausgleichen. Hinter den Namen Otto, Bauer, Herz, Jahr und Ehlerding verbirgt sich ein Gesamtvermögen von 22 Milliarden Euro. Nach dem Grundgesetz verpflichtet dieses Eigentum zu einer Unterstützung der Gesellschaft. Aber sie fühlen sich durch ein solches Ansinnen an den Pranger gestellt. Dabei zahlt jeder zweite Millionär überhaupt keine Steuern.

 

 

Die Millionen Steuergelder, die der EADS geschenkt worden sind, fehlen jetzt dem Landesbetrieb Krankenhäuser für dessen betriebliche Altersrenten: Kapitalisten plündern den Sozialstaat mit Hilfe der Regierenden, die geistig nicht auf der Höhe der Zeit sind.  

 

Mama, wo ist diese Haltestelle in Hamburg?

 

Mama, heißt die Station „Veddel“ oder „Stiebel Eltron“?

  

 

 

 

 

Wir sehen

 

 

Warenzeichen

 

 

an der Wand

 

 

Sozialistisch

 

ist nicht, wer aus kleinen Verhältnissen aufsteigen will und wer seine kleinen Verhältnisse nicht analysieren kann.

 

Sozialistisch ist, wer in kleinen Verhältnissen bleiben will. Small is beautiful. Schwerpunkt individueller politischer Aktivität ist das eigene Kollektiv, die eigene Kooperative, die eigene Kommune, die eigene Region. In überschaubaren Kreisen fallen die meisten produktiven und reproduktiven Tätigkeiten an. Möglichst unabhängig von einem nationalen und globalen Handel, von einem Handel überhaupt. Nicht vom Export oder von ausländischen Krediten abhängig sein, nicht den Joghurt durch die nationalen Lande karren. Je weiter nach oben, desto weniger gibt es zu regeln. Kein Weltparlament, keine Weltregierung. Das Subsidiaritätsprinzip gilt.

 

Sozialistisch ist, wer als kleiner Mensch zu sich auf Distanz gehen, wer sich selbst reflektieren kann. Wer offen ist für Diskussion und Selbstkritik. Wer sich regelmäßig entspannen kann, auch wenn er nicht reich und mächtig ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Richard J. Evans hat nachgewiesen, wie dadurch, dass die Hamburger Kaufmannschaft nur an Profit dachte (keine medizinisch-hygienische Vorsorge, keine Verwaltung), von  1830 bis 1910 Hamburg im Gegensatz zu anderen Städten laufend von Cholera-Epidemien heimgesucht wurde.